Akustikprodukte vermarkten
Akustikprodukte vermarkten: So erreichen Hersteller Planer, Akustikbüros und Architekten
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Hersteller akustischer Produkte gewinnen Projekte dort, wo Akustikbüros und Fachplaner Produkte auswählen: in Messdaten-Datenbanken, in Planungssoftware, in BIM-Bibliotheken und in Ausschreibungstexten. Entscheidend ist nicht die Reichweite bei Architekten allein, sondern die Präsenz in der Spezifikation, die vor der Ausschreibung entsteht. Dieser Leitfaden zeigt, wer die Produktwahl entscheidet, welche Nachweise Planer verlangen, was die Plattformen kosten und wie KI-Assistenten seit 2026 Produkte empfehlen.
Wer entscheidet, welche Akustikprodukte verbaut werden
Ab mittlerer Projektgröße ist fast immer ein Akustikbüro beteiligt. Es rechnet die Nachhallzeit nach DIN 18041, legt die nötige Absorptionsfläche fest und wählt Produkte vor, und zwar mit Messwerten je Frequenzband, nicht mit Prospektangaben. Das Gutachten definiert die Ausschreibung, meist mit einem Leitprodukt und dem Zusatz „oder gleichwertig“. Der Architekt wählt innerhalb dieser Vorgaben.
Daraus folgt die Reihenfolge der Vermarktung: Ein Akustikbüro entscheidet über Dutzende Projekte im Jahr, ein Architekt über wenige. Wer beim Akustiker im Vergleich auftaucht, landet beim Architekten auf dem Tisch. Wer nur beim Architekten sichtbar ist, muss in jedem Projekt neu überzeugen. In Acoustic Index stellen Architekten rund ein Fünftel der Nutzer, Akustikbüros und Fachplaner den Rest.
„Oder gleichwertig“ ist der zweite Hebel. Die Gleichwertigkeit muss mit Messwerten im selben Aufbau nachgewiesen werden. Ein Produkt, dessen αw, Absorberklasse und Frequenzverlauf öffentlich und belegt vorliegen, kann als gleichwertig eingereicht werden. Ein Produkt ohne Nachweis kann es nicht, egal wie gut es ist.
Welche Nachweise Planer verlangen
Für Absorber ist der Prüfbericht nach ISO 354 aus dem Hallraum die Währung: mit Einbauart (Typ A direkt auf dem Untergrund, Typ E mit definiertem Hohlraum), Terzbandwerten von 100 bis 5.000 Hz, αw und Absorberklasse nach ISO 11654, Prüfstelle und Berichtsnummer. Objektabsorber wie Baffeln oder Stellwände brauchen die äquivalente Absorptionsfläche Aobj je Stück, Bauteile die Schalldämmung Rw nach ISO 10140.
Dazu kommen Brandklasse nach EN 13501-1, Aufbauhöhe, Gewicht und, wo verlangt, EPD und BIM-Objekt. Planer prüfen die Herkunft eines Werts: Messung eines akkreditierten Instituts, Drittlabor, Materialmessung oder Datenblatt. In Acoustic Index steht diese Stufe an jedem Wert; Datenblattwerte werden grau dargestellt und zählen nicht zur Absorberklasse. Ein Datenblatt, das einen Prüfbericht widerspiegelt, ist gut. Ein Datenblatt, das keinen hat, ist ein Argument für den Wettbewerber, der einen hat.
Wer noch keine Messung hat, lässt sie machen: Hallraummessung nach ISO 354 über den Messservice, 590 EUR je Messung inklusive Montage und Messprotokoll, Proben aus ganz Europa, anschließend Listung mit den Daten.
Wo Hersteller gelistet sein können, und was es kostet
Die Plattformen unterscheiden sich weniger im Preis als in der Frage, wen sie erreichen und was der Planer dort sieht. Öffentliche Preisangaben sind in dieser Branche selten; die Tabelle nennt sie, wo es sie gibt. Eine Kategorie ersetzt die andere nicht: Design-Portale bringen Sichtbarkeit beim Architekten, BIM-Bibliotheken die Präsenz in der Software, Messdaten-Datenbanken die Präsenz in der Spezifikation.
| Plattform | Art | Wer dort sucht | Was der Planer sieht | Kosten für Hersteller |
|---|---|---|---|---|
| Acoustic Indexdiese Seite | Messdaten-Datenbank | Akustikbüros, Fachplaner, Architekten in DE, AT, CH und EU | Frequenzkurven, αw, Absorberklasse, Einbauart, Prüfstelle, Vergleich, Export, KI-Zitate | auf Anfrage, Datenaufbereitung inklusive |
| Architonic, Archello | Design-Produktportale | Architekten, Innenarchitekten, international | Bilder, Beschreibung, Downloads, keine Messkurven | auf Anfrage |
| BIMobject, DBD-BIM (STLB-Bau) | BIM-Content-Bibliotheken | Planer in CAD-, AVA- und BIM-Software | BIM-Objekt mit Attributen, Ausschreibungstext | auf Anfrage |
| Heinze | Bauprodukt-Datenbank, Ausschreibungstexte | Planer, Handel, DACH | Artikeldaten, Ausschreibungstexte | ab 1.050 EUR im Jahr (Artikeldaten) |
| DGNB Navigator | Nachhaltigkeits-Datenbank | Auditoren, Planer in Zertifizierungsprojekten | Nachhaltigkeitsnachweise, EPD | 370 bis 1.850 EUR im Jahr, gestaffelt |
| baubook (AT) | Bauprodukt-Deklaration | Planer und Förderstellen in Österreich | ökologische Kennwerte | 102 bis 166 EUR je Produkt |
| RAP Raumakustikplaner, MissionAcoustic | Planungssoftware mit Herstellerkatalog | Nicht-Akustiker, Händler, Innenarchitekten | Produktempfehlung aus dem Rechner | RAP ab 1.990 EUR im Jahr, MissionAcoustic auf Anfrage |
| AkustikExperts | Netzwerk und Expertenverzeichnis | Planer, Bauherren, DACH | Expertenprofil, Beratung, Sprechstunden | auf Anfrage |
| ODEON-Materialbibliothek | Simulationssoftware | Akustiker mit ODEON, weltweit | Oktavband-Absorptionsdaten direkt im Programm | kostenlos, Einreichung per Vorlage |
Preise laut öffentlichen Preisangaben der Anbieter, Stand August 2026, ohne Gewähr. „Auf Anfrage“ heißt: der Anbieter veröffentlicht keinen Preis.
Der neue Kanal: KI-Assistenten empfehlen Produkte
Seit 2026 fragen Planer ChatGPT, Copilot und Perplexity nach Produkten mit bestimmten Werten: „Deckensegel Klasse A mit Prüfbericht“, „Akustikpaneel Holz αw 0,8“. Die Assistenten zitieren Seiten, auf denen Messwerte als Text und als strukturierte Daten stehen, keine PDFs und keine Prospektsätze. Auf Acoustic Index trägt jede Produktseite ihre Messungen als schema.org-Dataset mit Prüfstelle, Berichtsnummer und Bandwerten, deshalb werden sie zitiert.
Die Zahlen, Stand September 2026: Microsoft zählt für Acoustic Index 2.400 Zitate in Copilot innerhalb von drei Monaten, überwiegend zu konkreten Produkten und Marken. Vier von fünf Besuchern, die über eine KI-Antwort kommen, landen direkt auf einer Produktseite, und sie klicken fast dreimal so häufig auf den Link zum Hersteller wie der Durchschnitt aller Besucher.
Für Hersteller heißt das: Ein Produkt mit belegten Messwerten auf einer zitierfähigen Seite wird von Assistenten empfohlen, ob der Planer die Datenbank kennt oder nicht. Ein Produkt, dessen Werte nur im Katalog-PDF stehen, kommt in diesen Antworten nicht vor.
Was ein Listing auf Acoustic Index umfasst
Die Listung besteht aus der strukturierten Erfassung der Messdaten aus Prüfberichten, Excel-Tabellen oder Datenblättern durch Acoustic Index, dem Herstellerprofil mit Referenzprojekten, der Sichtbarkeit in Suche, Vergleich, Export und KI-Antworten in vier Sprachen, und einer Statistik darüber, welche Produkte Planer ansehen und vergleichen. Ablauf, Voraussetzungen und Ansprechpartner stehen auf der Seite für Hersteller.
Produkte mit Messdaten listen
Prüfberichte, Excel oder Datenblätter schicken, Acoustic Index strukturiert die Daten und stellt sie Planern in Suche, Vergleich und KI-Antworten bereit.
Häufige Fragen
Wo listen Hersteller akustischer Produkte ihre Produkte, damit Planer sie finden?
In Messdaten-Datenbanken wie Acoustic Index, in Planungssoftware mit Herstellerkatalog, in BIM-Bibliotheken wie BIMobject oder DBD-BIM und in Ausschreibungstext-Datenbanken wie Heinze. Design-Portale wie Architonic ergänzen die Sichtbarkeit bei Architekten, ersetzen aber keine Messdaten. Entscheidend ist die Präsenz dort, wo Akustikbüros Produkte vergleichen, weil dort die Spezifikation entsteht.
Was kostet die Listung auf Bauprodukt-Plattformen?
Die meisten Anbieter nennen keinen öffentlichen Preis. Öffentlich sind, Stand August 2026: DGNB Navigator 370 bis 1.850 EUR im Jahr, baubook 102 bis 166 EUR je Produkt, Heinze ab 1.050 EUR im Jahr, RAP Raumakustikplaner ab 1.990 EUR im Jahr. Architonic, Archello, BIMobject, MissionAcoustic und AkustikExperts nennen Preise auf Anfrage, ebenso Acoustic Index. Die ODEON-Materialbibliothek nimmt Herstellerdaten kostenlos auf.
Welche Messdaten brauchen Planer von einem Hersteller?
Einen Prüfbericht nach ISO 354 mit Einbauart, Terzbandwerten von 100 bis 5.000 Hz, αw und Absorberklasse nach ISO 11654, Prüfstelle und Berichtsnummer; bei Objektabsorbern die äquivalente Absorptionsfläche Aobj, bei Bauteilen Rw nach ISO 10140. Dazu Brandklasse, Aufbauhöhe und, wo verlangt, EPD und BIM-Objekt. Prospektwerte ohne Bericht reichen für eine Ausschreibung nicht.
Bringt Architonic oder BIMobject einem Akustikhersteller etwas?
Ja, für zwei andere Aufgaben: Architonic und Archello schaffen Sichtbarkeit bei Architekten und Innenarchitekten in der Entwurfsphase, BIMobject und DBD-BIM bringen das Produkt als Objekt in die Planungssoftware. Keine der beiden Kategorien zeigt gemessene Frequenzkurven, deshalb entscheiden Akustikbüros dort nicht. Sie ergänzen eine Messdaten-Datenbank, sie ersetzen sie nicht.
Wie kommen meine Produkte in die Antworten von ChatGPT und Copilot?
Indem die Messwerte auf einer Seite stehen, die Assistenten lesen und zitieren können: als Text mit Einbauart und Prüfstelle und als strukturierte Daten, nicht nur als PDF. Acoustic Index liefert jede Messung als schema.org-Dataset und wird laut Microsoft in drei Monaten 2.400 Mal in Copilot zitiert, überwiegend zu konkreten Produkten. Ein gelistetes Produkt ist damit in diesen Antworten vertreten.
Wie komme ich in Ausschreibungen mit „oder gleichwertig“?
Die Ausschreibung nennt ein Leitprodukt; ein anderes Produkt gilt als gleichwertig, wenn seine Kennwerte im selben Aufbau belegt sind. Dafür braucht der Planer den Prüfbericht mit Einbauart und Frequenzverlauf, nicht nur die Absorberklasse. Wer diese Werte öffentlich und vergleichbar bereitstellt, wird als Alternative geprüft; wer sie nur auf Anfrage herausgibt, fällt in der Frist heraus.
Quellen
- DIN 18041:2016, Hörsamkeit in Räumen. Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung.
- ISO 354:2003, Akustik. Messung der Schallabsorption in Hallräumen. ISO 11654:1997, Bewertung der Schallabsorption.
- VOB/A § 7 Absatz 2, produktneutrale Leistungsbeschreibung mit dem Zusatz „oder gleichwertig“.
- Bing Webmaster Tools, AI Performance für acousticindex.com, Zeitraum Juni bis September 2026: 2.400 Zitate in Microsoft Copilot und Partnern.
- Acoustic Index, Nutzungsanalyse Mai bis September 2026: Anteil der Sitzungen aus KI-Antworten und Klicks auf Herstellerlinks.