Basotect vs Steinwolle: Absorptionsgrad, Bass und Brandschutz im Direktvergleich
Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2026. Von Acoustic Index, in Kooperation mit dem Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin.
Basotect (BASF-Melaminharzschaum) und Steinwolle absorbieren Schall ueber denselben physikalischen Mechanismus, die Reibung der Luftbewegung im offenporigen Geruest. Sie unterscheiden sich in den Stellgroessen, die ueber die Absorption entscheiden: Basotect hat mit rund 9 kg/m3 eine sehr niedrige Rohdichte und einen niedrigen Stroemungswiderstand von rund 10.000 Pa s/m2, akustische Steinwolle liegt bei 40 bis 60 kg/m3 und meist ueber 15.000 Pa s/m2. Im Mittel- und Hochton sind beide praktisch gleichwertig (αs nahe 1,0 ab 500 Hz bei 50 mm). Im Bass holt Steinwolle bei gleicher Dicke wegen des hoeheren Stroemungswiderstands auf und ueberholt den Schaum. Beim Brandschutz ist Steinwolle nichtbrennbar (Euroclass A1), Basotect schwer entflammbar (C-s2,d0 / B1).
Gleicher Mechanismus, andere Stellschrauben
Beide Materialien sind poroese Absorber. Schall regt die Luft in den offenen Poren zur Bewegung an, an den Porenwaenden entsteht viskose Reibung, und ein Teil der Schallenergie wird in Waerme umgewandelt. Wie gut das funktioniert, haengt im Wesentlichen von drei Groessen ab: dem laengenbezogenen Stroemungswiderstand des Materials, der Schichtdicke und dem Abstand zur schallharten Wand.
Der Stroemungswiderstand (Einheit Pa s/m2, frueher Ns/m4 oder Rayl/m) ist die wichtigste Einzelgroesse. Cox und D'Antonio nennen in 'Acoustic Absorbers and Diffusers' einen guenstigen Zielbereich von etwa 5.000 bis 50.000 Pa s/m2 fuer einen frei vor der Wand stehenden poroesen Absorber. Praktisch gleichwertig ist die Faustregel, dass das Produkt aus Stroemungswiderstand und Dicke (sigma mal d) bei rund 1.000 Pa s/m das Optimum trifft. Beides sind Naeherungen, kein scharfer Grenzwert. Liegt der Wert darunter, dringt der Schall zwar leicht ein, wird aber zu wenig gebremst. Liegt er deutlich darueber, gibt es an der Oberflaeche einen Impedanzsprung, und ein Teil des Schalls reflektiert, bevor er ins Material kommt.
Basotect liegt mit rund 10.000 Pa s/m2 am unteren Rand dieses Fensters, Steinwolle der ueblichen Akustikdichten (40 bis 60 kg/m3) deutlich darueber, meist ueber 15.000 Pa s/m2. Die genauen Werte sind produkt- und dichteabhaengig und streuen staerker, als feste Zahlen suggerieren: fuer Basotect werden grob 8.000 bis 15.000 Pa s/m2 gemessen, fuer Mineralwolle dieser Dichten etwa 10.000 bis 40.000 Pa s/m2. Aus dieser Differenz folgt das Verhalten im Bass.
Eine erste Orientierung gibt das empirische Delany-Bazley-Modell. Es berechnet Schallkennimpedanz und Ausbreitungskonstante allein aus dem Verhaeltnis f/sigma, ist aber an Faserdaemmstoffen mit Porositaet nahe 1 abgeleitet und etwa fuer 0,01 < f/sigma < 1,0 gueltig. Fuer Schaeume wie Basotect ist es nur eine Naeherung. Physikalisch genauer sind Mehrparametermodelle wie Johnson-Champoux-Allard, die zusaetzlich Porositaet, Tortuositaet und charakteristische Laengen beruecksichtigen. Fuer die Praxis reicht die Kernaussage: Stroemungswiderstand und Dicke legen zusammen die Absorptionskurve fest.
Faustformel f ≈ c / (4 · d) mit c = 343 m/s. Je groesser die Tiefe, desto tiefer reicht die Wirkung. Fuer 100 Hz braucht es rund 0,86 m, deshalb schluckt ein duennes Schaumpaneel an der Wand keinen Bass.
Absorptionsgrad Basotect: Zahlen je Dicke
Basotect G+ ist ein offenzelliger Melaminharzschaum mit einer Rohdichte von 9 ±1,5 kg/m3 (EN ISO 845) und einer Waermeleitfaehigkeit von rund 0,035 W/mK bei 10 Grad C. Bei der Temperatur ist die haeufig genannte Zahl 240 Grad C eine Kurzzeitspitze. Im Dauerbetrieb liegt der Einsatzbereich eher bei rund 150 bis 200 Grad C. Die sehr niedrige Dichte ist der Grund fuer das geringe Gewicht und zugleich fuer den niedrigen Stroemungswiderstand.
Akustisch zeigt Basotect das typische Schaumprofil: schwach im Tiefton, sehr stark im Mittel- und Hochton. Fuer 50 mm direkt auf der Wand liegen veroeffentlichte Messwerte nach EN ISO 354 grob bei αs 0,15 bis 0,20 (125 Hz), 0,5 bis 0,6 (250 Hz), rund 0,95 (500 Hz) und 0,9 bis 1,0 ab 1000 Hz aufwaerts. Das sind Richtwerte, die konkreten Zahlen haengen von Produkt, Charge und Pruefaufbau ab. Bei 25 mm fallen vor allem die unteren Baender deutlich ab, der Absorber wird erst oberhalb von etwa 1000 Hz richtig wirksam. Der NRC nach ASTM C 423 liegt fuer aeltere 50-mm-Platten bei rund 0,95.
Die Faustregel dahinter ist die Viertelwellenlaengen-Bedingung: Ein poroeser Absorber wird dort wirksam (αs ueber 0,5), wo seine Dicke etwa einem Viertel der Wellenlaenge entspricht. Bei 50 mm liegt diese Grenze rechnerisch bei rund 1715 Hz (c = 343 m/s), durch den endlichen Stroemungswiderstand setzt brauchbare Absorption etwas tiefer ein. An der Tatsache, dass 125 und 250 Hz mit duennen Schaumplatten kaum erreichbar sind, aendert das nichts. Wer 125 Hz mit reiner Porenabsorption treffen will, braucht in der Groessenordnung 60 bis 70 cm Materialtiefe (Lambda/4 fuer 125 Hz sind rund 0,69 m), was in der Praxis ueber einen Wandabstand statt ueber massive Dicke geloest wird.
Wichtig fuer die Interpretation: Hallraummessungen nach ISO 354 ergeben durch Beugung an den Probekanten regelmaessig Werte ueber 1,0. Fuer die Einordnung in eine Absorberklasse (A bis E) wird der Einzahlwert αw nach ISO 11654 gebildet, indem die Referenzkurve in 0,05-Schritten an die praktischen Werte αp (Oktaven 250 bis 4000 Hz) angelegt wird, bis die Summe der unguenstigen Abweichungen 0,10 nicht uebersteigt. Basotect-Platten in 50 mm erreichen damit Klasse A oder hohe Klasse B, je nach Aufbau und Wandabstand.
Absorptionsgrad Steinwolle: Zahlen je Dicke und Dichte
Steinwolle in Akustikqualitaet liegt typisch bei 40 bis 60 kg/m3. Ein veroeffentlichter ISO-354-Datensatz fuer 50 mm Steinwolle (60 kg/m3) direkt auf massivem Untergrund liegt bei αs 0,11 (125 Hz), 0,60 (250 Hz), 0,96 (500 Hz), 0,94 (1000 Hz), 0,92 (2000 Hz), 0,82 (4000 Hz). Eine leichtere Variante mit 33 kg/m3 erreicht in 50 mm 0,15 (125 Hz), 0,60 (250 Hz), 0,90 (500 Hz) und bleibt darueber bei 0,85 bis 0,90. Das sind Beispieldatensaetze konkreter Produkte, andere Produkte gleicher Dichte streuen, besonders bei 125 Hz und im Hochton.
Zwei Punkte sind hier nicht offensichtlich. Erstens: Hoehere Dichte bedeutet nicht automatisch mehr Absorption. Sobald der Stroemungswiderstand ueber das Optimum hinaus steigt, kann die Tieftonabsorption leicht zuruckgehen, weil der Impedanzsprung an der Oberflaeche frueher reflektiert. Deshalb schneiden mittlere Dichten (etwa 40 bis 60 kg/m3) im Bass oft besser ab als sehr dichte 90-kg/m3-Platten. Der Effekt ist real, faellt aber moderat aus. Zweitens entscheidet die Dicke staerker als die Dichte: 100 mm Steinwolle (33 kg/m3) heben den 250-Hz-Wert von rund 0,60 auf etwa 0,90 bis 0,95 und bringen damit den entscheidenden Sprung im unteren Mittelton, den keine 50-mm-Platte schafft. Eine Verdopplung der Dicke verschiebt die wirksame Absorption rund eine Oktave tiefer.
Im direkten 50-mm-Vergleich liegen Steinwolle und Basotect von 500 Hz aufwaerts dicht beieinander, beide nahe 0,9 bis 1,0. Der Unterschied entsteht in den beiden tiefsten Baendern.
Die Crossover-Frequenz: ab wann Steinwolle im Bass gewinnt
Der Kernpunkt dieses Vergleichs: Bei gleicher Dicke schneiden Basotect und Steinwolle im Hochton praktisch identisch ab, im Tiefton nicht. Es gibt eine Uebergangsfrequenz, unterhalb derer die Steinwolle den Melaminschaum ueberholt. Diese Crossover-Frequenz liegt nach den veroeffentlichten 50-mm-Daten im Bereich von etwa 250 bis 500 Hz. Das ist eine vertretbare Spanne, kein fester Punkt, ihre Lage haengt von den konkreten Produkten und vom Stroemungswiderstand ab.
Der Grund ist der Stroemungswiderstand. Bei tiefen Frequenzen ist die Wellenlaenge gross gegenueber der Schichtdicke, das Material sieht nur einen kleinen Bruchteil der Welle. In diesem Bereich bestimmt allein die Reibung, wie viel Energie haengen bleibt. Basotect mit rund 10.000 Pa s/m2 bremst die langsam schwingende Luft zu wenig, Steinwolle mit ihrem hoeheren Wert trifft das Optimum besser und holt mehr aus derselben Dicke. Oberhalb der Crossover-Frequenz spielt das keine Rolle mehr, weil beide Materialien dort ohnehin fast den gesamten Schall schlucken.
Praktische Konsequenz: Wer 50 mm zur Verfuegung hat und Sprachverstaendlichkeit oder Nachhall im Mittel- und Hochton bekaempft (Buero, Studio-Erstreflexionen, Decke), bekommt mit beiden Materialien gleich gute Ergebnisse und kann nach Gewicht, Brandschutz und Optik entscheiden. Wer den unteren Mittelton oder Bass treffen muss (Raummoden, Drum-Raum, tieffrequenter Maschinenlaerm), gewinnt mit Steinwolle bei gleicher Dicke oder muss beim Schaum ueber mehr Bautiefe und einen Wandabstand ausgleichen. Ein Luftspalt hinter dem Absorber verschiebt die wirksame Absorption beider Materialien zu tieferen Frequenzen, weil der Absorber dann naeher am Schnellemaximum sitzt, wo die Reibung am meisten bringt. Das verbessert Basotect spuerbar, schliesst die Luecke zur Steinwolle bei gleicher Gesamttiefe aber selten ganz.
Brandschutz, Gewicht und Hygiene
Beim Brandverhalten ist der Unterschied eindeutig. Steinwolle ist nichtbrennbar und erreicht die hoechste Euroclass A1 nach EN 13501-1, sie schmilzt erst oberhalb von rund 1000 Grad C, traegt nicht zum Brand bei und bildet keinen nennenswerten Rauch. Die A1-Einstufung gilt fuer das reine Mineralwolleprodukt. Mit organischem Bindemittel oder einer Kaschierung kann sich die Klasse aendern, etwa auf A2. Basotect ist als Duroplast schwer entflammbar mit C-s2,d0 nach EN 13501-1 (durch Pruefzeugnis Mueller-BBM belegt) beziehungsweise B1 nach DIN 4102. Es schmilzt und tropft nicht, sondern verkohlt, entwickelt aber etwas Rauch (s2) und ist im Dauerbetrieb nur bis rund 150 bis 200 Grad C einsetzbar. Fuer Anwendungen mit strengen Brandschutzauflagen (Fluchtwege, hohe Versammlungsraeume, Industrie mit Funkenflug) ist A1 oft Pflicht und damit Steinwolle gesetzt.
Beim Gewicht dreht sich das Bild. Basotect wiegt mit 9 kg/m3 nur etwa ein Fuenftel bis ein Sechstel einer 50- bis 60-kg/m3-Steinwolle. Eine 50-mm-Platte je Quadratmeter wiegt rund 0,45 kg statt 2,5 bis 3 kg (9 kg/m3 mal 0,05 m gegen 50 bis 60 kg/m3 mal 0,05 m). Fuer abgehaengte Baffeln, grossflaechige Deckensegel und Montage auf empfindlichem Untergrund ist das ein echter Vorteil, oft ohne Unterkonstruktion.
Hygienisch ist Basotect faserfrei. Beim Zuschnitt mit scharfer Klinge entsteht kaum Staub, es juckt nicht und gibt im Betrieb keine Mineralfasern ab, was es fuer offen liegende Anwendungen und sensible Bereiche praktisch macht. Steinwolle gibt beim Verarbeiten Fasern und Staub ab, die mechanisch Haut und Atemwege reizen koennen, weshalb sie meist eingehaust oder mit Vlies kaschiert verbaut und mit Schutzmassnahmen verarbeitet wird. Zur Einordnung der oft genannten Krebssorge: Mineralwolle, die die Kriterien der Anmerkung Q erfuellt und ueber EUCEB zertifiziert ist (in Deutschland faktisch ab 2000), ist von der krebserzeugenden Einstufung ausgenommen. Die IARC stuft moderne biolosliche Fasern als Gruppe 3 ein (nicht klassifizierbar bezueglich Karzinogenitaet), waehrend aeltere, biopersistente Fasern als Gruppe 2B (moeglicherweise krebserregend) gelten. Die alte Faserkritik betrifft Material vor dieser Umstellung.
Welches Material wann: Entscheidungslogik
Steinwolle ist die bessere Wahl, wenn der Brandschutz A1 verlangt, wenn der untere Mittelton oder Bass bei begrenzter Bautiefe zaehlt, oder wenn der Absorber ohnehin hinter einer Verkleidung, einem Akustikstoff oder einer Lochplatte verschwindet. Sie ist guenstiger pro Quadratmeter und in vielen Dicken verfuegbar.
Basotect ist die bessere Wahl bei Gewichtsproblemen (Deckensegel, Baffeln, leichte Befestigung), bei faserfreien Anforderungen, bei sichtbaren formgefraesten Bauteilen und wenn das Material offen liegen soll. Akustisch spielt es seine Staerke im Mittel- und Hochton aus, also dort, wo Sprachverstaendlichkeit und Nachhallzeit in Bueros und Besprechungsraeumen entschieden werden.
Die ehrliche Kurzfassung: Im Hochton sind beide austauschbar. Im Bass gewinnt Steinwolle bei gleicher Dicke. Beim Gewicht und der Faserfreiheit gewinnt Basotect. Beim Brandschutz gewinnt Steinwolle. Wer die tatsaechlichen αs-Werte konkreter Produkte vergleichen will, sollte auf die ISO-354-Messprotokolle je Frequenzband schauen statt auf Herstellerprosa, denn Aufbau, Dichte und Wandabstand verschieben die Kurve staerker als der Materialtyp selbst.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Basotect und Steinwolle?
Basotect ist ein offenzelliger Melaminharzschaum mit rund 9 kg/m3 Dichte und niedrigem Stroemungswiderstand (ca. 10.000 Pa s/m2). Steinwolle ist eine Mineralfaser mit 40 bis 60 kg/m3 und meist ueber 15.000 Pa s/m2. Beide absorbieren ueber Reibung. Steinwolle ist im Bass staerker und nichtbrennbar (A1), Basotect ist leichter und faserfrei.
Welchen Absorptionsgrad hat Basotect bei 50 mm?
Veroeffentlichte ISO-354-Werte fuer 50 mm Basotect auf der Wand liegen grob bei αs 0,15 bis 0,20 bei 125 Hz, 0,5 bis 0,6 bei 250 Hz, rund 0,95 bei 500 Hz und 0,9 bis 1,0 ab 1000 Hz. Der NRC liegt um 0,95. Im Tiefton ist Basotect schwach, im Mittel- und Hochton sehr stark. Die konkreten Werte haengen von Produkt und Aufbau ab.
Absorbiert Basotect oder Steinwolle besser im Bass?
Bei gleicher Dicke gewinnt Steinwolle im Bass. Ihr hoeherer Stroemungswiderstand (meist ueber 15.000 gegen rund 10.000 Pa s/m2) trifft das Optimum fuer tiefe Frequenzen besser. Die Crossover-Frequenz, ab der Steinwolle vorne liegt, faellt nach 50-mm-Daten in den Bereich 250 bis 500 Hz. Darueber sind beide nahezu gleich.
Warum ist der Stroemungswiderstand so wichtig?
Er ist die wichtigste Einzelgroesse poroeser Absorber. Cox und D'Antonio nennen einen Zielbereich von etwa 5.000 bis 50.000 Pa s/m2. Zu niedrig laesst Schall durch, zu hoch erzeugt einen Impedanzsprung an der Oberflaeche und frueher Reflexion. Das Delany-Bazley-Modell naehert das Verhalten von Faserabsorbern aus Stroemungswiderstand und Frequenz, daher bestimmt er zusammen mit der Dicke die Absorptionskurve.
Ist Basotect oder Steinwolle besser beim Brandschutz?
Steinwolle ist nichtbrennbar und erreicht Euroclass A1 nach EN 13501-1, sie schmilzt erst ueber rund 1000 Grad C. Basotect ist schwer entflammbar mit C-s2,d0 beziehungsweise B1 nach DIN 4102, schmilzt und tropft nicht, sondern verkohlt. Wo A1 vorgeschrieben ist, ist Steinwolle gesetzt. Mit Bindemittel oder Kaschierung kann Steinwolle auf A2 fallen.
Wie viel leichter ist Basotect als Steinwolle?
Basotect wiegt mit 9 kg/m3 etwa ein Fuenftel bis ein Sechstel einer 50- bis 60-kg/m3-Steinwolle. Eine 50-mm-Platte je Quadratmeter wiegt rund 0,45 kg statt 2,5 bis 3 kg. Das ist der Hauptgrund, warum Basotect fuer abgehaengte Deckensegel, Baffeln und leichte Befestigung ohne Unterkonstruktion bevorzugt wird.
Ist Steinwolle gesundheitlich bedenklich?
Beim Verarbeiten gibt Steinwolle Fasern und Staub ab, die Haut und Atemwege mechanisch reizen koennen, deshalb wird sie meist eingehaust verbaut. Seit 2000 produzierte, nach EUCEB und Anmerkung Q zertifizierte Mineralwolle ist von der krebserzeugenden Einstufung ausgenommen, die IARC fuehrt moderne biolosliche Fasern als Gruppe 3. Basotect ist faserfrei und staubt beim Schnitt kaum.
Wie verbessert ein Wandabstand die Tieftonabsorption?
An schallharter Wand ist die Schallschnelle null. Ein Luftspalt bringt den Absorber in einen Bereich hoeherer Schnelle, wo die Reibung am meisten Energie entzieht. Das verschiebt die wirksame Absorption zu tieferen Frequenzen. Es hilft beiden Materialien, verbessert das tieftonschwaechere Basotect aber spuerbar. Die Luecke zur Steinwolle bei gleicher Gesamttiefe wird kleiner, schliesst sich aber selten ganz.
Wann sollte ich Basotect statt Steinwolle waehlen?
Basotect lohnt bei Gewichtsproblemen, faserfreien Anforderungen, sichtbaren formgefraesten Bauteilen und offen liegender Montage. Akustisch spielt es seine Staerke im Mittel- und Hochton aus, also bei Sprachverstaendlichkeit und Nachhall in Bueros und Besprechungsraeumen. Fuer A1-Brandschutz, Bass bei knapper Bautiefe oder verdeckten Einbau ist Steinwolle die bessere Wahl.
Quellen
- BASF, Technische Information Basotect G+ (Rohdichte 9 ±1,5 kg/m3 nach EN ISO 845; Waermeleitfaehigkeit ca. 0,035 W/mK bei 10 Grad C; Brandverhalten B1; Dauergebrauchstemperatur rund 150 bis 200 Grad C, Kurzzeitspitze bis ca. 240 Grad C)
- Cox, T. J. & D'Antonio, P., Acoustic Absorbers and Diffusers: Theory, Design and Application (Stroemungswiderstand als wichtigste Einzelgroesse; Zielbereich ca. 5.000 bis 50.000 Pa s/m2; sigma mal d ca. 1.000 Pa s/m; Viertelwellenlaengen-Bedingung; Optimum-Stroemungswiderstand; Wandabstand/Schnellemaximum)
- Delany, M. E. & Bazley, E. N., Acoustical properties of fibrous absorbent materials (empirisches Einparameter-Potenzgesetz, gueltig fuer fibroese Materialien mit Porositaet nahe 1, ca. 0,01 < f/sigma < 1,0)
- Johnson-Champoux-Allard-Modell (Matelys APMR; Mehrparametermodell mit Porositaet, Tortuositaet und charakteristischen Laengen, physikalisch genauer fuer Schaeume)
- EN 13501-1 / DIN 4102 (Brandklassen: Steinwolle Euroclass A1 nichtbrennbar, mit Bindemittel/Kaschierung ggf. A2; Basotect C-s2,d0 bzw. B1)
- ISO 354:2003, Acoustics, Measurement of sound absorption in a reverberation room (Kanteneffekte, Werte >1,0)
- ISO 11654:1997, Acoustics, Sound absorbers for use in buildings, Rating of sound absorption (αw, Absorberklassen A bis E, Formfaktoren L/M/H)
- acoustic.ua, Adrian James Acoustics, Sound Absorption Coefficients (veroeffentlichte ISO-354-Werte: Steinwolle 50 mm 60 kg/m3 0,11/0,60/0,96/0,94/0,92/0,82; 33 kg/m3 0,15/0,60/0,90/0,90/0,90/0,85; 100 mm 33 kg/m3 0,35/0,95/0,98/0,92/0,90/0,85)
- Rockwool / EUCEB, Safe Use Instruction Sheet und Euroclass-Erlaeuterung (A1, Schmelzpunkt >1000 Grad C; biolosliche Fasern nach Anmerkung Q seit 2000, von der Einstufung ausgenommen)
- IARC Monographs 2002, Man-made vitreous fibres (moderne biolosliche Fasern Gruppe 3, aeltere biopersistente Fasern Gruppe 2B)
- Pruefzeugnis EN 13501-1 C-s2,d0 Basotect (Mueller-BBM, via SONATECH)
- Veroeffentlichte Stroemungswiderstandsdaten: Basotect ca. 8.000 bis 15.000 Pa s/m2 (Richtwert rund 10.000); Mineralwolle dieser Dichten ca. 10.000 bis 40.000 Pa s/m2 (Bies & Hansen, Engineering Noise Control; Gearspace flow resistivity data)