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Akustikplatten: Materialien, Werte und Auswahl

Akustikplatten sind flächige Schallabsorber für Decke und Wand: Mineralwolle-Platten, Holzwolle-Leichtbauplatten, gelochte Gipsplatten und PET-Filzplatten. Sie unterscheiden sich weniger im Prinzip (alle arbeiten porös oder als gelochter Absorber) als in Absorptionsgrad, Brandklasse, Robustheit und Optik. Mineralwolle führt mit αw bis 1,0; Holzwolle und Gips liegen je nach Aufbau darunter, punkten aber bei Robustheit und Gestaltung.

Diese Seite vergleicht die vier Familien mit typischen Werten, zeigt live gemessene Absorptionskurven aus dem Katalog und erklärt, welche Angaben ein Datenblatt enthalten muss, damit sich Platten seriös vergleichen lassen.

Stand: 9. Juli 2026

Mineralwolle-Platten, Klasse A
αw bis 1,00
Mineralwolle, Holzwolle, Gips, PET
4 Familien
Einbauart der Deckenmessung (z. B. E-200)
Typ E
Messnorm hinter jedem αw
ISO 354

Akustikplatten mit Messdaten

Veröffentlichte Platten-Produkte mit hinterlegten ISO-354-Messwerten, nach Schallabsorptionsgrad sortiert.

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Die vier Materialfamilien der Akustikplatte im Vergleich

Die vier Materialfamilien der Akustikplatte im Vergleich
Typisches αwBrandverhaltenStärkenTypischer Einsatz
Mineralwolle-Platte0,90 bis 1,00 (Klasse A üblich)A1/A2 (nicht brennbar)Höchste Absorption je mm, leicht, günstigRasterdecken, Büro, Schule, Klinik
Holzwolle-Leichtbauplatte0,40 bis 0,90, je Dicke und Hohlraum/AuflageMeist B-s1,d0, mit Mineralbindung bis A2Robust, ballwurfsicher, markante OptikSporthallen, Schulen, Tiefgaragen, Sichtflächen
Gelochte Gipsplatte0,40 bis 0,70, je Lochbild und HohlraumA2 (nicht brennbar)Fugenlos, spachtelbar, gestalterisch freiDesigndecken, Foyers, hochwertiger Ausbau
PET-Filzplatte0,45 bis 0,85, je Dicke und WandabstandMeist B/C-s1,d0 (schwer entflammbar)Leicht, farbig, direkt bedruck- und fräsbarWandabsorber, Stellwände, Deckensegel

Zwei Wirkprinzipien, vier Materialien

Akustisch arbeiten Akustikplatten nach zwei Prinzipien. Poröse Platten (Mineralwolle, PET-Filz, Holzwolle) lassen den Schall ins Material eindringen und wandeln ihn über Reibung in Wärme um; ihre Wirkung steigt mit Dicke und Wandabstand. Gelochte Platten (Gips, Holz, Metall) wirken als Lochflächenabsorber: Die Löcher bilden mit dem Hohlraum dahinter ein schwingendes Luftsystem, das Absorptionsmaximum lässt sich über Lochanteil und Hohlraumtiefe abstimmen.

Praktisch heißt das: Poröse Platten sind breitbandiger und im Mittel-/Hochton kaum zu schlagen, gelochte Platten holen mit dem richtigen Hohlraum auch mittlere und tiefere Frequenzen und bieten dabei eine geschlossene, robuste Oberfläche. Viele Systeme kombinieren beides, etwa gelochte Platten mit aufgelegtem Akustikvlies und Mineralwolle im Hohlraum.

Was das Datenblatt enthalten muss

Vergleichbar werden Platten erst mit vier Angaben: dem bewerteten Schallabsorptionsgrad αw samt Klasse aus einer Hallraummessung nach ISO 354, der Einbauart der Messung (direkt montiert oder mit definiertem Hohlraum, bei Decken als Typ E mit Millimeterangabe, etwa E-200), den Absorptionswerten je Frequenzband und der Brandklasse nach EN 13501-1. Ein αw ohne Einbauart ist wenig wert, denn derselbe Aufbau kann direkt montiert und abgehängt völlig unterschiedlich messen.

Vorsicht bei zwei Mustern: NRC-Werte aus dem US-Raum laufen systematisch etwas höher als αw und sind nicht direkt vergleichbar. Und Absorptionsgrade über 1,0 als Produktversprechen sind unseriös; ISO 11654 deckelt αw bei 1,0, Rohwerte αs überschreiten die 1 nur messbedingt durch Kantenbeugung.

Live aus dem Katalog: Materialien im Frequenzvergleich

Der Chart oben auf dieser Seite zeigt die Median-Absorptionskurven der Plattenmaterialien aus dem Acoustic-Index-Katalog, berechnet aus den hinterlegten ISO-354-Messungen der gelisteten Produkte. Sichtbar wird das typische Muster: Mineralwolle erreicht früh hohe Werte und hält sie über das Spektrum, Holzwolle und Gips steigen später ein und bleiben je nach Aufbau darunter.

Der Median ist bewusst gewählt: Er ist robust gegen Ausreißer und bildet ab, was ein typisches Produkt der Familie leistet. Für die Auslegung eines konkreten Raums zählt trotzdem immer die Messung des konkreten Produkts im konkreten Einbau; genau die sind im Katalog je Produkt hinterlegt.

Decke oder Wand: wohin mit der Platte

Die meisten Akustikplatten landen an der Decke, als Einlegeplatte im Raster oder vollflächig verklebt beziehungsweise abgehängt. Das ist meist richtig, denn die Decke ist die größte freie Fläche. Wandmontage lohnt ergänzend gegen Flatterechos zwischen parallelen harten Wänden und in Räumen, deren Decke nicht verfügbar ist, etwa bei Betonkerntemperierung.

Für die Wand sprechen außerdem gestalterische Gründe: PET-Filz und bedruckbare Platten machen aus der Absorberfläche ein Gestaltungselement. Mechanisch beanspruchte Bereiche (Sporthallen, Flure, Garagen) sind das Feld der Holzwolle-Leichtbauplatte, die als einzige Familie regulär ballwurfsicher ausgeführt wird.

Ausschreibung und Nachweis

Für die Ausschreibung gehören die Werte je Aufbau in den Text: Plattentyp und Dicke, Einbauart samt Hohlraum, geforderte Absorberklasse oder αw je Oktavband, Brandklasse, gegebenenfalls Ballwurfsicherheit oder Feuchtraumeignung. Der Nachweis läuft über den Prüfbericht der Hallraummessung; seriöse Hersteller liefern ihn auf Anfrage oder verlinken ihn direkt.

Im Acoustic-Index-Katalog sind die Messwerte je Produkt und Aufbau hinterlegt und filterbar, inklusive Brandklasse und EPD-Verfügbarkeit. Damit lässt sich eine Platten-Auswahl in Minuten auf die Anforderung eingrenzen und im Nachhallzeit-Rechner direkt gegen den Sollwert des Raums rechnen.

Häufige Fragen

Welche Akustikplatten absorbieren am besten?+

Pro Millimeter Aufbau führen Mineralwolle-Platten: übliche Deckenplatten erreichen αw 0,90 bis 1,00 (Klasse A). Holzwolle-Leichtbauplatten und gelochte Gipsplatten liegen je nach Aufbau bei 0,40 bis 0,90, bieten dafür robustere oder fugenlose Oberflächen. Maßgeblich ist der gemessene Wert des konkreten Produkts im konkreten Einbau.

Was ist der Unterschied zwischen porösen und gelochten Platten?+

Poröse Platten (Mineralwolle, PET, Holzwolle) absorbieren im Material selbst und sind breitbandig. Gelochte Platten (Gips, Holz, Metall) wirken zusammen mit dem Hohlraum als abgestimmtes System und lassen sich über Lochanteil und Hohlraumtiefe auf bestimmte Frequenzbereiche auslegen, bei geschlossener, robuster Oberfläche.

Was bedeutet die Einbauart bei den Messwerten?+

Der αw-Wert gilt nur für den gemessenen Aufbau. Bei Deckenplatten wird nach ISO 354 in Einbauart Typ E mit definiertem Hohlraum gemessen, angegeben in Millimetern (E-200 = 200 mm Abstand zur Rohdecke). Ein E-400-Wert lässt sich nicht auf eine direkt verklebte Montage übertragen; der Hohlraum verbessert vor allem die tiefen Frequenzen.

Sind Akustikplatten nicht brennbar?+

Mineralwolle- und Gipsplatten üblicherweise ja (A1/A2). Holzwolle-Leichtbauplatten erreichen meist B-s1,d0, mineralisch gebundene Varianten auch A2. PET-Filz liegt üblicherweise bei B bis C (schwer entflammbar). Für Fluchtwege und viele öffentliche Bereiche sind A-Klassen vorgeschrieben; die Klasse steht im Datenblatt und ist im Katalog filterbar.

Was kostet gute Raumakustik mit Platten?+

Die Spanne ist groß und hängt an Material, Oberfläche und Montage. Als Orientierung hilft eine andere Rechnung: Eine Platte mit αw 0,9 braucht für dieselbe Wirkung nur zwei Drittel der Fläche einer Platte mit αw 0,6. Ein höherwertiges Produkt kann dadurch je Quadratmeter Wirkung günstiger sein als das nominell billigere.

NRC oder αw: welche Kennzahl zählt?+

In Europa αw nach ISO 11654, ermittelt aus einer ISO-354-Hallraummessung. Der US-Wert NRC mittelt anders und läuft systematisch etwas höher; beide sind nicht direkt vergleichbar. Für die Planung am belastbarsten sind die Absorptionsgrade je Oktavband, aus denen beide Einzahlwerte abgeleitet werden.

Kann ich Akustikplatten in eine bestehende Rasterdecke einlegen?+

Ja, das ist der einfachste Nachrüstweg: vorhandene Einlegeplatten gegen absorbierende Mineralwolle-Platten im selben Rastermaß tauschen. Die Unterkonstruktion bleibt, die Wirkung entspricht dem Messwert der neuen Platte in der vorhandenen Abhänghöhe.

Welche Platten eignen sich für Sporthallen?+

Holzwolle-Leichtbauplatten sind der Standard: robust, in ballwurfsicherer Ausführung geprüft und mit αw je nach Aufbau bis etwa 0,90. Mineralwolle-Platten erreichen höhere Absorption, brauchen in Ballbereichen aber einen mechanischen Schutz, etwa eine Lochblech- oder Gitterabdeckung.

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Akustikplatten mit echten Messwerten vergleichen

Alle Platten im Katalog mit ISO-354-Daten je Frequenzband, filterbar nach αw, Material, Brandklasse und EPD.

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Live aus dem Katalog

Plattenmaterialien im Frequenzvergleich

Median der ISO-354-Absorptionsgrade aller veröffentlichten Produkte je Materialfamilie. Aktualisiert sich mit dem Katalog.

Hz125250500100020004000
Mineralwolle (Median)0,290,500,730,890,860,86
Holz/Holzwolle (Median)0,200,500,650,740,730,62
Gips gelocht (Median)0,200,250,500,420,310,25

Median je Oktavband aus den hinterlegten Hallraummessungen. Stichprobe: 359 Mineralwolle-, 271 Holz- und 238 Gips-Produkte. Für die Auslegung zählt die Messung des konkreten Produkts im konkreten Einbau.